Effektivität /Effizienz und das Pareto-Prinzip

Effektiv handeln bedeutet Dinge tun, die uns dem Ziel näher bringen. Hingegen bedeutet effizient handeln, dem Ökonomischen Prinzip folgen. Beide Begriffe begleiten uns in allen Lebenslagen, egal ob geschäftlich oder privat. 

Wikipedia erklärt die Begriffe wie folgt:

Effektivität (von lat. effectivus „bewirkend“) bezeichnet das Verhältnis von erreichtem Ziel zu definiertem Ziel (Zielerreichungsgrad). Das Kriterium für das Vorhandensein von Effektivität ist das Ausmaß, in dem beabsichtigte Wirkungen erreicht werden.

Dies ist im Unterschied zur Effizienz unabhängig vom zur Zielerreichung nötigen Aufwand. Effektiv arbeiten bedeutet, eine Aufgabe möglichst gut zu erfüllen, effizient arbeiten hingegen bedeutet, ein Ziel mit möglichst geringem Mitteleinsatz, oder möglichst großem Ertrag zu erreichen (→ Ökonomisches Prinzip).

  • Effektivität ist ein Maß für die Zielerreichung (Wirksamkeit, Qualität der      Zielerreichung).  Effektiv ist: „Die richtigen Dinge tun.“
  • Effizienz ist ein Maß für die Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen-Relation). Effizient ist: „Die Dinge richtig tun.“

Was hat das Ganze mit dem Pareto-Prinzip zu tun?

Die 80 / 20 Verteilung nach Pareto ist allgemein bekannt und doch machen wir uns viel zu wenig Gedanken darüber, sie im täglichen Leben bewusst anzuwenden. Stattdessen versuchen wir immer wieder den Erfolg durch Steigerung unserer Arbeitsleistung (Zeit und Qualität)  zu erreichen, anstelle darüber nachzudenken, womit wir eigentlich im ökonomischen Sinne unser Geld verdienen.

Vilfredo Pareto (1848-1923) Ökonom und Soziologe hat in seinem Werk „Cours d’economie politique“ die Einkommensverteilung in der Gesellschaft untersucht und festgestellt, dass der Wohlstand einer Gesellschaft sehr ungleich verteilt ist und dass sich 80 % des Reichtums und Einkommens in Händen von 20 % der Bevölkerung befindet. Diese bahnbrechende Erkenntnis und Formel  gilt im Übrigen auch außerhalb der Ökonomie.

Deshalb lässt sich aus diesen Erkenntnissen eine allgemeine Formel bilden:

  • Mit 20 % des Inputs werden 80% des gesamten Outputs erzeugt.

Anders ausgedrückt heißt das, dass 80% der Ergebnisse, egal welcher Art, auf 20% der eingebrachten Leistung einschließlich Zeit beruhen. Es gibt sicher auch Bereiche mit noch krasseren Ergebnissen.

Übertragen auf das Unternehmen bedeutet es, dass

  • 20% unserer Kunden 80 oder mehr Prozent Umsatz generieren
  • 20% der eingesetzten Arbeitszeit für 80% des Erfolgs verantwortlich sind
  • 20 % unserer Lieferanten 80% des Wareneinsatzes verursachen
  • 20% des erbrachten Aufwands für 80 % der Ergebnisse verantwortlich ist, usw.

An dieser Stelle beginnt die „Denksportaufgabe“ für die Führungskraft.

Unternehmenswerte, Führungspersönlichkeit und Führungskompetenz sichern den überdurchschnittlichen Erfolg

Aber wie kann eine Organisation dahin entwickelt werden?
Wir sprechen in diesem Zusammenhang auch vom Modell der lernenden Organisation und der Bereitschaft von Menschen, gegenseitig ihr Wissen zu teilen für einen gemeinsamen Zweck, den sogenannten Zweck der eigenen Existenz (ZDE).

Der Zweck der Existenz gibt eine Antwort auf die Frage: „Warum existieren wir oder warum gibt es uns?“ Der ZDE wird zum Dreh- und Angelpunkt des Führungsstils und bestimmt jegliches Handeln im Unternehmen auf allen Ebenen.

Voraussetzungen für ein „lernwilliges Umfeld“ sind Gleichgesinnte im Denken, deren ZDE auf einer gleichen oder ähnlichen Wellenlänge liegen, die sich gegenseitiges Vertrauen entgegen bringen, Offenheit pflegen und Veränderungen mit Spaß und Hingabe annehmen und die ihre Leistungsfähigkeit immer wieder auf das Neue beweisen und mit anderen messen wollen.

Für die Führungskraft ist es deshalb von Anfang an entscheidend, die richtigen Mitstreiter im Team zu haben und schon bei der Auswahl darauf zu achten, dass der persönliche ZDE mit dem ZDE der Organisation im Einklang steht und zusätzlich auch „The Big Five for Live“ also die 5 wichtigsten Lebensziele des Mitarbeiters zum Unternehmen passen.

Nur wenn es gelingt, ein solches „fruchtbares Umfeld“ zu entwickeln, wird der langfristige überdurchschnittliche Erfolg eintreten können, weil nur dann die „Streuverluste“ am geringsten bzw. die Effektivität und Effizienz am größten sein werden. Ein lernwilliges Umfeld hat aber auch positive Auswirkungen auf die Fluktuationsrate, sie wird weit unter dem Durchschnitt anderer Organisationen liegen.

Führungskräfte, die an dieser Stelle Kompromisse eingehen, schaden sich selbst, der Organisation und auch ihren Mitarbeitern.

Der wirtschaftliche Erfolg einer Organisation wird am Größten sein, wenn sehr viele gute Ideen durch motivierte Akteure immer und immer wieder mit Gleichgesinnten diskutiert und weiter entwickelt werden. Damit ein solcher Prozess im Unternehmen gelebt werden kann, müssen alle Personen die Unternehmensziele kennen. Sie müssen sie nicht nur kennen sondern sie auch verstehen und begreifen, welchen eigenen Anteil sie daran haben.

Die erfolgreiche Führungskraft orientiert sich stark an der Unternehmenskultur, den Erwartungen der Mitarbeiter, der Unternehmensleitung und den eigenen Erwartungen.

Führungskompetenz ist erlernbar, beruht aber zu allererst auf Persönlichkeit und Lebenserfahrung.

Führungskompetenz und Akzeptanz durch die Mitarbeiter erwirbt die Führungskraft durch offene Kommunikation, Übereinstimmung von Denken, Handeln und Reden (Glaubwürdigkeit), Übernahme von Verantwortung für eigene Fehler, Gleichbehandlung der Mitarbeiter, Sachkunde, Anerkennung von Leistung und Vertrauen.

Die Führungskraft muss sich

• mit der Unternehmensphilosophie und der Unternehmensstrategie identifizieren,
• sie aktiv durch Taten und Entscheidungen unterstützen,
• eine Kultur im Unternehmen mit prägen,
• einen eigenen Führungsstil durchsetzen,
• das Arbeitsumfeld seines Verantwortungsbereichs personell, sachlich, organisatorisch und zeitlich gestalten,
• das Recht der Beurteilung und der Kontrolle seiner Mitarbeiter wahrnehmen,
• die Motivation der Mitarbeiter fördern und Konflikte einvernehmlich lösen.

Werden alle diese Maximen befolgt, steigt automatisch der Grad der Motivation und Zufriedenheit, die Bereitschaft der Mitarbeiter zu größerer Selbstverantwortung sowie die Bereitschaft zur Teamarbeit.

Das Betriebsklima und die Unternehmenskultur werden dadurch ebenfalls positiv beeinflusst wie auch die Bereitschaft zum Wissensaustausch unter einander.

Letztendlich werden durch Führungspersönlichkeit, Führungskompetenz und überzeugende, gelebte Unternehmenswerte die Effizienz und die Innovationskraft im Unternehmen deutlich verbessert.

Dem interessierten Leser wird folgender Buchtitel zu diesem Thema empfohlen:
John Strelecky „The Big Five for Life“ Was wirklich zählt im Leben (dtv 34528)

Businessplanwettbewerb – Wissensbasierte Startups

Gründerhelden gesucht!
Die 13. Runde des bundesweiten Businessplanwettbewerbs “Promotion Nordhessen” ist gestartet. Der Fokus in 2012 liegt auf “wissensbasierten Geschäftsideen”.

“Wissensbasierte Unternehmen und kreative Köpfe sind die
neuen Standortfaktoren im Wettbewerb der europäischen
Regionen. Innovative regionale Milieus sind entscheidende
Voraussetzung, um neue Ideen und neues Wissen zu
entwickeln.” Quelle: Regionalmanagement Nordhessen

Unterstützt werden die Teilnehmer durch über 80 ehrenamtliche Coaches und Paten.

Ehrenamtlicher Coach und Gutachter Businessplanwettbewerb - Promotion NordhessenSeit 2011 unterstützen wir das Projekt und stellen mit Karl-Heinz W. Bartling einen ehrenamtlichen Coach und Gutachter für die Beratung von Gründern und Bewertung von Businessplänen zur Verfügung.

Der Wettbewerb ist mit Preisgeldern in Höhe von 40.000 € ein hochdotiertes Gründer-Event. Darüber hinaus haben die Teilnehmer die Möglichkeit an Expertenvorträgen und kostenlosen Coaching-Sessions teilzunehmen.

Promotion Nordhessen ist eine von mehreren Aktivitäten des Regional Management Nordhessen, die nicht unerheblich zur positiven Entwicklung der Region beigetragen haben. Die Wirtschaftswoche titelte hierzu im Städteranking 2011 – “Ausgerechnet Kassel”. 

Für alle Gründungsinteressierten: Der Link zur Anmeldung:
http://www.promotion-nordhessen.de

Gründerhelden gesucht! – Businessplanwettbewerb

Am kommenden Freitag startet der bundesweite Businessplanwettbewerb
- Promotion Nordhessen - in die 13. Runde.
Seit 1999 werden im Rahmen der Veranstaltung junge Unternehmer in der Gründungsphase unterstützt.

Die Organisation liegt bei der Regionalmanagement Nordhessen GmbH.
Weitere Informationen unter http://www.promotion-nordhessen.de/

Managing Trust – Leitthema der Cebit 2012

„Managing Trust“ als zentrales Thema auf der diesjährigen Cebit stellt die Veranstaltung wie schon in 2011 ganz ins Zeichen des Cloud Computing. Somit ist dies die konsequente Fortsetzung des Leitgedankens 2011 „Work & Life with the Cloud”.
Managing Trust steht für „Vertrauen und Sicherheit in der digitalen Welt“ und geht somit gegen einen der Hauptkritikpunkte des Cloud Computing an.

Aus unserer Sicht ist dieser Ansatz ein wichtiger Schritt in Richtung einer breiteren Akzeptanz von cloud-basierten Infrastrukturen und Softwarelösungen.

Vor allem mittelständische Unternehmen stehen bisher der Thematik eher skeptisch gegenüber.

Die Sorge um die Sicherheit und Verfügbarkeit von Daten überlagern häufig die wahrgenommenen Vorteile des Cloud Computing.  Siehe Leitartikel

Die Problematik beschreibt der Wissenschaftliche Dienst des deutschen Bundestages wie folgt:
„… Den Vorteilen stehen jedoch auch Nachteile gegenüber.
Diese betreffen vor allem Sicherheit und Zuverlässigkeit der Cloud-Dienstleistungen. Probleme zeigen sich unter Umständen auch beim Wechsel zu einem anderen Anbieter (Lock-In-Effekt). Die Interoperabilität zwischen den Cloud Services muss deshalb sichergestellt werden, damit ein Cloud Computing-Nutzer nicht dauerhaft an einen einzelnen Anbieter gebunden ist. Als weitere Schwachstelle gilt die fehlende Kontrollierbarkeit der Daten auf den fremden Servern. Hinzu kommt das Problem der Absicherung des Zugriffs auf die Daten beim Transfer zwischen Nutzer und dem web-basierten Server.“ (Quelle: Wissenschaftliche Dienst – Deutscher Bundestag, Verfasser: Dr. Otto Singer)

Eines steht jedoch fest:
„Cloud Computing ist derzeit eines der bedeutendsten Zukunftsthemen für Anbieter und Anwender der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)“ Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Wir sind gespannt welche Antworten und Entwicklungen die diesjährige Cebit zum Thema „Vertrauen und Sicherheit“ den Besuchern präsentieren wird.

Mehr zum Thema:
Cebit.de – Managing Trust