Das strategische Modell für den Unternehmensverkauf

Wer einen ordentlichen Kaufpreis für sein Unternehmen erzielen will, muss sein Unternehmen für Investoren attraktiv und hübsch machen. 

 Ein Unternehmensverkauf ist ein kompliziertes Geschäft, bestehend aus vielen sehr unterschiedlichen Geschäftsvorfällen, die weit über den bekannten Kaufvertrag hinausgehen.

Damit sollte sich der Unternehmer nicht allein und vor allen Dingen nicht spontan und unvorbereitet befassen.

In der Regel braucht eine professionelle Planung von der 1. Entscheidung bis zur Fertigstellung eines professionellen Exposé und Angebots an Investoren mehrere Monate und manchmal sogar Jahre. Schließlich muss das gesamte Unternehmen als Verkaufsobjekt für den Investor attraktiv herausgeputzt werden, und zwar nicht nur kosmetisch sondern insbesondere inhaltlich und als Wirtschaftssubjekt, das im Wettbewerb bestehen will.

Der Unternehmer ist gut beraten, wenn er dazu das Unternehmen systematisch von A bis Z auf Herz und Nieren durchleuchtet und das gesamte Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellt.

Der Investor erwartet vom Verkäufer für seine Entscheidungen einen dokumentierten prüffähigen Geschäftsplan mit stichhaltigen Erläuterungen zu allen relevanten Sachverhalten im Unternehmen. Zuallererst wird er prüfen, ob das Geschäftsmodell in sich stimmig ist und ob es sich lohnen kann, in dieses Unternehmen sein Geld zu investieren. Die Vorlage von Bilanzunterlagen der letzten Jahre reicht da bei Weitem nicht aus.

Je besser und überzeugender der Verkäufer argumentieren kann, desto wahrscheinlicher wird es sein, den gewünschten Kaufpreis auch tatsächlich zu realisieren.

Dazu bedient sich der Unternehmer tunlichst fachkundiger Beratung durch Profis. Das Bauchgefühl ist der schlechteste Ratgeber in diesem Zusammenhang, darüber muss sich der Unternehmer im Klaren sein. 

Professionelle Investoren arbeiten wie Raubfische, sie warten förmlich auf Gelegenheiten, Schnäppcheneinkäufe zu tätigen und das gelingt ihnen immer dann, wenn Verkäufer ahnungslos sind oder darauf vertrauen, dass der andere Vertragspartner nur Gutes im Schilde führt. 

Es ist auch klar, dass für externe Unterstützung des Verkaufsprojektes Beratungskosten anfallen. Diese muss der Unternehmer als Investition verstehen mit dem Ziel, damit den maximalen Kaufpreis erzielen zu wollen – in der Regel ein gut angelegtes Investment – .

Professionelle Unternehmer lassen ihr Unternehmen durch einen Berater Ihres Vertrauens aufbereiten. Sie bleiben auch bei den Preisverhandlung im Hintergrund und halten sich selbst so lange bedeckt, bis klar ist, dass der Investor wirklich „angebissen“ hat.

Zu einem guten Projektablauf gehört auch eine interne eigene Preiskalkulation mit den drei üblichen Szenarien (optimistisch, realistisch und pessimistisch). Dadurch vermeidet der Verkäufer eigene Enttäuschungen und bekommt selbst ein objektiveres Bild von der Werthaltigkeit seiner Unternehmung.

Fazit:
Der Kaufpreis  für ein Unternehmen bleibt immer das Ergebnis aus Fakten und Einschätzungen von bewertbaren Chancen, Risiken und der jeweils eigenen Beurteilung künftiger Markt- und Wettbewerbsentwicklungen.

Käufer und Verkäufer werden sich immer dann auf einen Preis einigen, wenn sie sich selbst in die Rolle des anderen versetzen konnten und Kompromissbereitschaft signalisierten.

Einen objektiv richtigen oder falschen Kaufpreis gibt es nicht!

Energieeffizienz – Ein strategisches oder operatives Thema?

Wer aufmerksam die Berichte der Medien verfolgt, stellt unweigerlich fest, dass sich in unserem Land ein neues Bewusstsein zum Thema Verschwendung von Energie und Umgang mit der Ressource Energie entwickelt. 

Wohin man schaut und was man liest, Energieeffizienz ist zunehmend ein Diskussionsthema, das die Gemüter bewegt und das zu einem wirtschaftlichen Faktor mutiert.

Die Begriffe Energie und Effizienz haben ein ungeheures Potential! Aus ihnen erwachsen neue Lebensqualitäten für einen Lebensstil in größerem Einklang mit der Natur und dem Bewusstsein durch sparsamen Energieverbrauch einen Beitrag zur Verbesserung unserer Lebensbedingungen leisten zu können.

Unternehmen begreifen Energie und Effizienz als mögliche neue Geschäftsfelder. Allen voran natürlich auch die Energieerzeuger und Dienstleister im gesamten Umfeld. Diese Bewegung steht, von Ausnahmen absehen, noch am Anfang einer gigantischen Entwicklung.

In diesem Zusammenspiel kommen auf die Energieverbraucher  – bestehend aus Wirtschaft, Öffentlicher Verwaltung / Staat und privaten Haushalten – besondere Aufgaben zu. Sie sind zusammen verantwortlich für den ständig steigenden Energiebedarf. Sie sitzen an den „Schaltstellen“ für die Ingangsetzung eines neuen Denkens, nämlich Energie bewusst zu nutzen.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll der Energieverbrauch bis 2020 um 25% und bis 2050 um 50% ohne Einschränkungen auf der Verbraucherseite gesenkt werden.

Fachleute haben schon lange herausgefunden, dass das größte Einsparungspotential darin liegt, Energie gar nicht erst zu verbrauchen; das Einsparvolumen wird vorsichtig auf 30 bis 40 % gegenüber den aktuellen Verbrauchszahlen geschätzt. 

Wer sind die Hauptverbrauchergruppen?
Unterschieden wird zwischen den Gruppen:

Verbrauch ca.

  • Industrie                                                                    29%
  • Verkehrssektor                                                         31%
  • Private Haushalte                                                     25%
  • Gewerbe-Handel-Dienstleistungen                          15%

Der Energieverbrauch ist in 2010 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um mehr als 4% gestiegen und liegt damit etwa wieder auf dem Niveau von 2008 (AGEB AG Energiebilanzen e.V.)

Energieeffizienz ist also ein Thema, das uns alle etwas angeht.    

Von allein wird sich dieser Schatz nicht heben lassen. Es bedarf großer Anstrengungen aller Akteure und gemeinsamer Programme / Initiativen und Investitionen über einen langen Zeitraum auf allen Ebenen der Gesellschaft.

Welche Rolle spielt der Unternehmer in diesem Zusammenhang und insbesondere der Mittelstand?

Der energieintensive Produzent ist längst mit diesem Thema vertraut. Für ihn sind die Energiekosten ein wesentlicher Bestandteil der Kalkulation und der Ertragsrechnung und er hat deshalb seine strategischen Pläne und Maßnahmen definiert und setzt sie planvoll um.

Anders sieht es jedoch bei der Masse der Mittelständler aus, bei denen die Energiekosten weniger kalkulationsrelevant sind. Diese Betriebe beschäftigen zusammen die überwiegende Zahl der erwerbstätigen Mitarbeiter in unserem Land. Ihnen kommt eine doppelte Rolle zu.

a)    Sie müssen sich über die Einsparpotentiale in ihren Unternehmen bewusst werden und dafür gezielt strategische Konzepte entwickeln  und

b)    eine Vorbildrolle übernehmen, die dazu führt, dass die Mitarbeiter die Unternehmer-Philosophie adaptieren und gleiche Aktivitäten in ihren privaten Haushalten planen.

In einigen Großkonzernen hat ein solches Umdenken bereits begonnen. Sie werben in der Öffentlichkeit dafür (z.B. BASF / Wintershall) und finden große Anerkennung.

Der Mittelstand hat als Akteur in Punkto Energieeffizienz eine große Chance davon ebenfalls direkt und indirekt zu profitieren. Direkt durch gezielte Kostensenkungsprogramme infolge von investiven Maßnahmen und indirekt durch Bewusstseinsänderungen bei den Mitarbeitern und weniger Energieverbrauch im Tagesgeschäft. Hinzu kommen ein Imagegewinn und größere Chancen bezüglich Mitarbeiterbindung und Rekrutierung von neuen Mitarbeitern.

Es muss die Aufgabe des Unternehmers sein, eine neue Energiekultur ins Unternehmen zu implementieren, d.h. nicht durch Zwang Verbesserungen erreichen zu wollen sondern durch bewussteren Umgang mit der Ressource Energie aus Überzeugung und Leidenschaft.

Dazu bedarf es einer konzeptionellen Vorgehensweise und einer strategischen Grundlage sowie der Beantwortung von Fragen wie….

  • Wer kümmert sich um dieses Thema?
  • Wie kann sparsamer Energieverbrauch im Bewusstsein der Mitarbeiter verankert werden?
  • Wie schaffe ich mir einen Überblick über den aktuellen Stand im Unternehmen?
  • Wie messe ich die individuellen Verbräuche als Entscheidungshilfe für Maßnahmen?
  • Wie setze ich die Prioritäten?
  • Welche Hilfsmittel stehen mir für eine Dokumentation des Projektes zur Verfügung?
  • Wie kommuniziere ich die Energieeffizienz-Erfolge intern und extern?
  • Wie integriere ich das Thema in mein Unternehmenskonzept, als Teil der Unternehmenskultur?

Der Mittelstand als größter Arbeitgeber unseres Landes sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen, nach dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber.“

Zitat der Woche – KW 42

„Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“

Konfuzius (551 – 479 v. Chr.), chinesischer Philosoph